Knödel & Kofola

Süßes mit viel Tradition

Du warst nicht in Tschechien, wenn du diese Kult-Leckereien nicht probiert hast!

Heiko Kunzmann
30. Apr. 2026
3 min Lesezeit

Oblaten

Tschechische Oblaten kennt jeder. Aber in Tschechien gibt's nicht nur die aus Marienbad (Mariánské Lázně), die unter dem Namen Kolonáda am häufigsten in den Märkten zu finden sind. Sondern eine ganze Menge mehr Orte, die die großen süßen Knusperscheiben herstellen.

Auch an Geschmacksrichtungen kannst du neben den Urgesteinen Schoko, Haselnuss und Vanille inzwischen vieles mehr ausprobieren. Wie wär's z.B. mal mit Kirsche?

Oblaten gibt's auch in eckig - also fast

Falls Du von Oblaten nicht genug kriegst: Von Opavia gibt es schon seit längerem auch Oblatendreiecke. Die kleinen 50-Gramm-Packungen mit zwei Dreiecken passen bestens in den Rucksack oder die Arbeitstasche! Sie schmecken natürlich etwas anders als die dünnen großen Scheiben, weil sie aus mehreren Schichten Füllung bestehen.

Oder die Waffeln, die es als 140-Gramm- oder 92-Gramm-Packung gibt. Besonders die Sorte mit Bitterschokolade ist richtig lecker!

Wie sind die tschechischen Oblaten entstanden?

Viele fühlen sich sofort an Hostien erinnert, und damit liegen sie richtig. Die Eisen, auf denen man die Hostien seit dem Mittelalter über dem Feuer gebacken hat, wurden dann auch für die Oblaten verwendet.

Im 19. Jahrhundert soll ein Koch aus dem Kloster Teplá die heutigen Oblaten erfunden haben - er hat einfach die Hostienzutaten um Zucker und Milch ergänzt und zwischen die Waffeln einen Mix aus Nüssen und Gewürzen gepackt. Voilá, eine neue Süßspeise war fertig! 1856 haben die Marienbader dann begonnen, Oblaten für die Kurgäste herzustellen. Und seit 1974 tragen sie den Namen Kolonáda.

Pedro-Kaugummi

Was zu DDR-Zeiten nie bei den Mitbringseln fehlen durfte: Die Pedro-Kaugummis. Denn DDR-Kaugummis waren einfach nur bäh, die tschechischen mit dem Jungen mit Mexikanerhut drauf hingegen, hmmmm ... So super-fruchtig! Und nicht so faserig und geschmacksarm wie das ostdeutsche Produkt.

Und die Pedros gibt's auch heute noch! Nach der Wende waren sie vorübergehend vom Markt verschwunden, doch seit 2011 gibt es den originalen Kaugummi wieder im Retroformat. Heute wird von Pedro noch viel mehr hergestellt: Lutscher, Bonbons, Lakritz und und und.

Hořické trubičky (Horschitzer Röllchen)

Diese süß gefüllten Hohlwaffelröllchen aus ganz zartem Waffelmantel - die haben einen Geschmack, den kann man kaum beschreiben! Wenn du in das Röllchen hineinbeißt, knistert und knackt es leicht - und plötzlich liegt dir der ebenfalls zarte Schoko- oder Haselnussgeschmack der Füllung auf der Zunge!

Seitdem ich diese Röllchen entdeckt habe, wandern einige bei jedem Tschechienbesuch mit auf die andere Seite, zu mir nach Hause. Sie haben etwas gemeinsam mit Champagner, Lausitzer Leinöl und der Thüringer Rostbratwurst: Nur wenn sie im Umkreis der Stadt Hořice (nahe Hradec Králové, früher Königgrätz) hergestellt wurden, dürfen sie sich auch als Hořice-Röllchen bezeichnen. Es ist eine durch EU-Recht geschützte geographische Angabe.

Wie sind die Hořické trubičky entstanden?

Die zarten Waffelröllchen sind mindestens schon drei Jahrhunderte alt. Ein älteres Wort für ihre Form - „Hollipen“ - findet sich bereits in einem Wörterbuch, das Mitte des 18.Jahrhunderts erschien.

Die Leiterin der Hofküche bei Cheb, Maria Anna Neudecker, hat 1805 ein Rezept für Hollipen in einem Kochbuch veröffentlicht: Zucker, Limonenschale, Eidotter, süßer Rahm - schon beim Lesen der Zutaten für den Teig bekommt man Appetit! 1831 hat sie dann in einem anderen Buch ein weiteres Rezept für gefüllte Olivenröllchen mit Marillenmarmelade und Schokolade veröffentlicht.

Wie werden sie heute hergestellt?

Der Konditor Karel Kofránek schließlich hat Ende des 19.Jahrhunderts erstmals die Röllchen maschinell produziert. Heute findest du in den Läden am häufigsten Röllchen der Marke Dobre z Miletina aus Hořice. Und die sind wirklich handgemacht! Und beim Herstellen muss man geschickte Hände haben, denn die dünne Knusperhaut darf beim Rollen nicht brechen.

Am häufigsten findest du in den Läden die mit Kakao gefüllte Variante, die mit Vanille und Zimt und die mit Haselnuss. Es gibt noch viel mehr: Mit Joghurt und Eierlikör etwa - insgesamt produziert die Firma acht Geschmacksrichtungen. Solltest du mal nach Hořice kommen, dann geh mal in den Trubka-Shop: Hier gibt's die leckeren Röllchen ohne Ende!

Kofila-Riegel

Auch die Kofila-Riegel aus Olomouc (Olmütz) sind ein (G)Oldie: Es gibt sie schon seit 1923! Und noch immer zählen sie bei unseren Nachbarn zu den beliebtesten Schoko-Leckereien. Allein 2022 wurden über 20 Millionen Stück produziert! 

Aus der Kaffeeportion in Riegelform schmeckt man - neben Zucker - vor allem das Vollmilchpulver raus - und auch Kakao, Haselnuss und Erdnuss sind drin. Das Rezept ist seit über 100 Jahren gleich, nur die Verpackung ist etwas moderner gestaltet. 

Die bemerkenswerte Geschichte des Kofila-Designs

Und auch die hat eine bemerkenswerte Story: Der maurische Mann, der eine Tasse Kaffee trinkt, wurde damals von dem noch unbekannten, erst 23-jährigen Designer Zdeněk Rykr entworfen. Von ihm stammt übrigens auch der blaue Stern der Schokomarke Orion. Rykr arbeitete auch für die Schuhmarke Bata, schuf Theaterkulissen, wirkte als Journalist und stellte seine Kunst erfolgreich in Paris aus. Aus Angst vor der Gestapo warf er sich 1940 vor einen Zug. 

Ab und an gibt es auch mal Sondereditionen mit Verpackungen in anderem Design. Seit einigen Jahren können sich Schokofans vom Kofila-Riegel auch eine Café-Latte-Version schmecken lassen, und Kaffeebonbons

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